Die gute Nachricht: Es gibt Glaubensheilungen! Ich habe sie selbst erlebt. Die schlechte Nachricht: Das wird ausgenutzt, um die eigenen Theorien zu beweisen, um Einfluss und Ruhm zu gewinnen oder um die eigene Bewegung am Laufen zu halten. Wenn Jesus Menschen heilte, war er ganz bei ihnen, es ging um diesen einen Menschen. Das Verlangen nach Zeichen und Wundern hat Jesus energisch abgewiesen.

Ganz anders die neuen Bewegungen: Heilungsangebote gibt es oft in großen Veranstaltungen und sie werden dort gar auf der Bühne demonstriert. Der „geistbegabte“ Heiler empfängt von Gott die Botschaft, dass sich im Raum jemand befindet, der Krebs oder sonst ein Gebrechen hat. Der Kranke meldet sich und aus der Ferne wird für ihn gebetet. Manchmal geht es noch schneller: Der Heiler ruft in den Raum: “Da ist jemand mit Krebs – sei geheilt!” Nachgeprüft wird das nicht – wie es überhaupt mit Nachprüfungen der vielen Heilungen ziemlich dunkel aussieht.

Eine noch andere Praxis ist Straßenevangelisation mit Heilungen. Wildfremde Menschen werden gefragt, ob ihnen etwas fehlt. Oft melden sich Menschen, die irgendwo Schmerzen haben. Der Heiler betet den Schmerz fort und der Patient fühlt ihn tatsächlich nicht mehr. Wie viele solche Erlebnisse der Suggestion oder Autosuggestion zuzurechnen sind, kann man nur vermuten. (Siehe dazu das Video „Christ in You“ )

Und es gibt – mehr und mehr- die „Heilungsräume“, die man besuchen kann, um über sich beten zu lassen. Auf der Homepage der Organisation findet man mehrfach den Hinweis auf Jesaja 53, 4: „Fürwahr, der trug unsere Krankheit“. Die Argumentation „wenn Jesus für unsere Sünden wirklich gestorben ist und sie wegnimmt, dann ist er auch für alle Krankheiten gestorben und nimmt sie alle weg“ ist in der Bewegung weit verbreitet. So finden sich in den Grundsätzen der Heilungsräume etliche theologische Aussagen, aber eine Aussage fehlt: Dass nicht alle geheilt werden. Dort steht: „dass das Wort Gottes die Medizin zur Heilung ist. Wie ein Same, der gepflanzt wurde, wird es die Ernte einfahren.“ Und weiter: „… Jesus hat diese Gegenseite am Kreuz entmachtet. Im Gebet können wir diesen Sieg in Anspruch nehmen und Gott bitten, dass er Heilung schenkt. Gott fordert uns in der Bibel regelrecht dazu heraus: „Bittet, und es wird euch gegeben werden“ steht so in Matthäus 7,7. Auch wenn der Prozess länger dauern sollte, am Ende scheinen alle geheilt zu werden. Und wenn nicht?

 

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